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Sa, 10.06.2017 - Sa, 15.07.2017

Ort WerkStadt, Emser Straße 124, 12051 Berlin

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Sean Miller

Bethany Taylor

Bethany Taylor | Sean Miller

pLASTic Ocean & Theseus Wants His Boat Back

In der WerkStadt findet im Kontext des Festivals 48h Neukölln zum Thema Schatten eine Ohn|Macht-Doppelausstellung statt:

 

Bethany Taylor präsentiert in ihrer Ausstellung „pLASTic Ocean“ Zeichnungen auf transparentem Plastikmüll. Die Zeichnungen werfen durch ihren Plastikträger hindurch Schatten an die Wände und verdeutlichen so die ökologische Schattenseite der gegenwärtigen gesellschaftlichen Nutzung von Plastik. Während der Gebrauch z.B. einer einzelnen Plastikflasche nur Minuten kostet, bleibt das Relikt eines solchen Konsums, der Plastikmüll, teils tausende Jahre in der Umwelt und zerstört dort unwiederbringlich ökologische Systeme. Der Konsum in der jetzigen Gesellschaft ist schnelllebig, die resultierende stetig wachsende Müllhalde allerdings ist von überdauernder Monstrosität – sie wirft lange Schatten bis in unsere Zukunft hinein.

 

Sean Miller, Direktor des John Erickson Museum of Art, erzeugt in seiner Installation „Theseus Wants His Boat Back“ in den Medien Skulptur und Fotografie Schatten gegenwärtiger künstlerischer Institutionen und fragt damit nach der Identität von Kunst und Kunsträumen. Dieses erkenntnistheoretische Spiel beruft sich auf das philosophische Paradoxon vom „Schiff des Theseus“, bei dem mit dem Auswechseln immer mehr seiner Planken die Frage entsteht, ob oder wie lange es das Schiff des Theseus bleibt. Miller nimmt Architekturfragmente tatsächlicher Kunstorte, lässt diese von lebenden Termiten bearbeiten und konzeptualisiert die Resultate in neuen Formen. In der Ausstellung die Schatten gegenwärtiger künstlerischer Institutionen wiederzuerkennen, bedeutet auch, einen fragenden Blick auf die ontologische Natur von Kunst selbst zu werfen.

 


In der WerkStadt bereisen wir zum 48 Stunden Neukölln Festival im schwankenden Boot des Theseus nicht nur den pLASTic Ocean. Wir reflektieren im Schattenspiel künstlerisch gestalteter Materialien die Reichweite und Ohn|Macht von gesellschaftlichen ökologischen Entscheidungen, aber auch die Reichweite der Identität künstlerischer Räume sowie die Ohn|Macht von Kunst.